… aber Kaputtmachen ist einfach. Zerstörung, dazu gehört nicht viel. Die Entropie besorgt das meiste. Das Glas, das aus der Hand auf den Boden fällt, zerbricht. Die Arbeit, die in die Erschaffung des Objektes einfloss, ist verloren. Die aufgebrachte Energie verflüchtigt sich. Die Kunst ist es doch, Dinge, die danach streben, zu zerfallen, zu bewahren und sie eventuell in Neues überführen. Somit ist es in Ordnung das Glas zersplittern zu lassen, sofern man eine bessere Verwendung für die Splitter hat. Aber was ist besser?
Manche Dinge vergehen, da sie an ihrem natürlichen Existenzende angekommen sind. Solche Dinge soll man nicht im Vergehen behindern. Überholtes soll man nicht schützen und konservieren. Aber manch totgesagtes Ding lebt weiter und erstrahlt gar wieder zu neuem Glanz. Wie soll man also wissen, was man bewahren soll und was nicht? Nun, wie heißt es schon im Daodejing: „der weise Mann handelt nicht, und alles ist getan“. Wer in die Maschinerie des Lebens eingreift, klemmt sich die Finger ein – wenn nicht schlimmeres passiert. Wer aus egoistischen Gründen handelt, ändert den Verlauf nicht nur seiner Zukunft, in einer für ihn nicht voraussehbaren Weise.
Auch wenn das fatalistisch klingt – und vielleicht auch ist – es ist besser, den ungeliebten Dingen beim Vergehen zuzusehen als sie kaputtzumachen.
Schlagworte: Anarchie, Daoismus, Daodejing, Fatalismus